„Da bekommen die vielen Menschen, die zu uns kommen, endlich Gesichter – deshalb find ich LUUR ENS! gut!“ Mit diesen Worten eröffnete Direktor Dr. Mario Kramp die Ausstellung „LUUR ENS! – Wie Flüchtlingskinder Köln sehen“ im Kölnischen Stadtmuseum. Weit mehr als einhundert Gäste waren zur Vernissage erschienen, unter ihnen fast vollzählig die 60 Teilnehmerkinder der beiden LUUR ENS!-Workshops in den Flüchtlingsunterkünften Herkules- und Boltensternstraße. Sie hatten Betreuer, Eltern und Geschwister mitgebracht, aber auch zahlreiche neugierige Kölner angelockt, die es genau wissen wollten: Wie sehen sechs- bis 14-jährige Kinder vom Balkan, aus dem Nahen Osten und ehemaligen Sowjetrepubliken unsere Stadt? Entdecken sie durch die Sucher ihrer Fotoapparate Dinge, die Einheimische längst nicht mehr sehen können?

Im goldfarbenen „Kubus“ im ersten Stock der Ausstellungsräume sind noch bis zum 28. Februar 2016 knapp 110 Fotografien zu sehen, die die Kinder mit den von zahlreichen Bürgern und dem Markenhersteller Canon gespendeten Kameras geschossen haben. Sie zeigen andere Kinder, Eltern und Heimpersonal, buntes Herbstlaub, graue Architekur, Parkplätze und Wiesen – eben die unmittelbare Umgebung, in der sich die Flüchtlingskinder in Köln zurecht finden müssen. Einige Bilder erfüllen erstaunlich hohe künstlerische Ansprüche, andere sind einfach gelungene Schnappschüsse, und alle haben etwas gemeinsam: Keines der ausgestellten Fotos lässt den Betrachter kalt.

Die Vernissage: Da machen die Erwachsenen große Augen